Die Technik


Wir wollen hier kein Lehrbuch für werden Müller aufbauen, denn anschaulich erklären kann man alles besser vor Ort.
Aber dennoch wollen wir, mittels den hervorragenden Zeichnungen von Rüdiger Hagen, ein paar Einblicke vermitteln.

ober-, unter- und mittelschlächtige Wasserräder:

An dieser Mühle sehen wir ein großes unterschlächtiges Wasserrad und ein kleineres Oberschlächtiges. Beim Unterschlächtigen wird das Wasser von unten in die Schaufeln geführt, es dreht sich mit dem fließenden Wasser rückwärts.
Als Gegenstück haben wir das Oberschlächtige, das von über das Gerinne geführte Wasser angetrieben wird. Das Wasser fällt von oben in die Schaufeln und dreht das Rad vorwärts. Die Räder waren einst aus Holz und zu deren Schutz war ein Schuppen darüber angebracht, der 1990 nicht mehr vorhanden war und auch nicht wieder angebracht werden soll.

 
Unten sehen wir einen Schnitt durch die Mahlbühne, welche auch Mahlstuhl genannt wird.
Der erste Mahlgang, der im Vordergrund zu erkennen ist, ist bereits wieder funktionstüchtig.

Kammräder und Kämme:

Der Ingenieur spricht von Zähnen und Zahnrädern, wir Müller sprechen von Kämmen und Kammrädern.
Auf der Laderholzer Mühle waren die Kämme nicht mehr vorhanden bzw. nur noch im schadhaften Zustand. Von daher war es nötig, die Kämme durch neue zu ersetzen. Diese wurden aus 20-Jahre-abgelagerte Weissbuche handgefertigt und sind jedes für sich ein Unikat. Befestigt werden sie von hinten mit Hilfe von Keilen, diese müssen von Zeit zu Zeit nachgeschlagen werden, damit sie sich nicht lockern, herausfliegen und größeren Schaden anrichten.
Bei dieser Ansicht der Mahlbühne erkennt man unschwer, die hohe Kapazität dieser Mühle, denn sie war mit 2 Mahlgängen à 2 Steingängen ausgestattet. Diese Einrichtung ist auf den Mahlzwang zurückzuführen. Damals war die Mühle von überregionaler Bedeutung, denn viele Bauern mußten ihr Korn zu dieser Mühle bringen, es mußte also viel Getreide gemahlen werden.

Die Steine und das Billen:

Die Laderholzer Mühlsteine sind aus Wersersandstein und waren noch auf der Mühle vorhanden.
Auch sie müssen gelegentlich gewartet werden. Der Müller muß sie nämlich Schärfen, diesen Vorgang nennt man auch das Billen der Steine mit sogenannten Billhämmern.
Zu jedem Steingang gehören 2 Steine, der untere ist der Bodenstein und liegt fest, wohingegen der obere Stein, Läuferstein genannt, gedreht wird. Die beiden Steine liegen mit den Mahlflächen aufeinander. Will man diese nun bearbeiten, muß man sie voneinander abheben. Dazu wird eine alte Errungenschaft genutzt: der Steingalgen oder auch Steinkran.Damit ist das Bewegen der Steine möglich.

 

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